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Aufkleber & Sticker: optisches Ärgernis oder Kommunikationskultur?

Aufkleber an Straßenlaternen sind für einige Bürger ein optisches Ärgernis, andere betrachten sie als Teil der Kommunikationskultur. Auf jeden Fall lässt sich mit ihnen ein Teil des Charakters einer Stadt erschließen.

Immer wieder „Deutschland wird lesbisch“, „Stop Castor“ oder „Der Staat muss draußen bleiben“: Es mutet an, als ob der Passantenstrom an der Anzahl mit Aufklebern beklebter Straßenlaternen und Regenrinnen zu bewerten ist. Es gibt fast keine Straßenlaterne, die nicht beklebt ist oder zumindest einmal beklebt war. Schicht für Schicht wurden Aufkleber angebracht, teilweise hängen sie nur noch in Fetzen an den Laternen. Weiße Flächen zeugen von fleißigen Fingern, die Aufkleber abknibbelten. Ob dies geschah, weil sie alt waren, unliebsame Meinung vertreten oder als hässlich empfunden wurden, ist nur noch zu erraten.

Günstige Herstellung

In der Nähe von Schulen, Berufsschulen und Universitäten geht es hingegen deutlich politischer zu: Zum „Boykott gegen Studiegebühren“ wird aufgerufen, „Naziaufmärsche verhindern“ und „Rock gegen Rechts“ heißt es oft. Andere machen Werbung für Veranstaltungen, Konzerte, Studentenpartys. Eine Rarität, weil selten zu sehen, sind Aufkleber von Sportgemeinschaften. Die Stadt scheint Politik und Partys mehr zu schätzen als den Sport. Und um ein Wohnquartier herum wird nach der Katze „Mia“ gesucht. Ob die Suche erfolgreich war?

Das Betrachten einiger Aufkleber macht jedenfalls neugierig auf die Geschichten dahinter. Wie lange hängen beispielsweise schon die Aufkleber des „Open Flair“-Festivals in einer Gasse? Tatsächlich seit 1997 und 1998, wie es auf ihnen steht? Oder hat ein damaliger Besucher seine Wohnung aufgeräumt, sie dabei gefunden und an den Laternen entsorgt? Aufkleber lassen sich schnell anbringen. Einfacher als mit ihnen geht es fast nicht, für oder gegen etwas zu werben. Oder auf etwas aufmerksam zu machen. Auch die Herstellung ist günstig: Im Internet gibt es 250 Sticker in Postkartengröße für etwa 50 Euro. Kein Wunder, dass dann viele auf diese Weise für ihre Ideen oder Geschäfte werden. Doch für Bewohner sind sie auch ein öffentliches Ärgernis.

Thomas Urland
Gründete 2004 die Firma IT-B@SICS, welche sich unter anderem auch mit der Programmierung von Online-Shops beschäftigt. Aber auch die Programmierung von Unternehmenswebsites bis hin zu großen Portalen gehört zum Leistungsumfang. Weitere Informationen zum gesamten Angebot unter www.it-basics.net.

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